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Ferienschule fördert Viertklässler
UNTERTÜRKHEIM: Neues Projekt
der Wilhelmsschule bereitet 18 Mädchen und Jungen auf
Schuljahr vor

Die Grundschüler Kiymet
und Servet lösen in der einwöchigen Ferienschule
unter Anleitung von Justus Ermel Knobelaufgaben. Foto:
Schütze
(jps)
- Mit dem Konzept der Ferienschule bietet die Wilhelmsschule in dieser
Woche erstmals angehenden Viertklässlern die
Möglichkeit, das bisher
Gelernte zu vertiefen und sich unter fachgerechter Betreuung gezielt
auf den Start ins neue Schuljahr vorzubereiten. Das Projekt soll in den
kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil des Lernangebots der
Schule werden.
Matheaufgaben
statt Fernsehkonsum, Spiele mit Gleichaltrigen statt Langeweile - mit
der Ferienschule geht die Wilhelmsschule einen in Stuttgart
einzigartigen Weg in der Förderung von Grundschulkindern.
„Am liebsten
löse ich Knobelaufgaben“, sagt Kiymet,
während sie zusammen mit ihrem
Nebensitzer Servet ein kompliziertes Labyrinth auf ihrem Arbeitsblatt
löst. Zwei Reihen dahinter grübeln Diego und Emret
über einer schweren
Rechenaufgabe. „Weil wir in unserer Klasse die beiden Besten
in Mathe
sind“, erklärt Emret stolz. „Wir haben die
Beobachtung gemacht, dass
die Kinder über die Ferien viel vergessen haben“,
erklärt Sibylle
Ermel, die Rektorin der Wilhelmsschule. Doch gerade für die
vierte
Klasse seien die Erwartungen der Eltern an den Lernerfolg sehr hoch,
schließlich entscheidet sich dort die schulische Zukunft
ihrer Kinder.
Mit der Idee einer vorbereitenden Lernwoche vor Schuljahresbeginn
stieß
Ermel in ihrer Schule demnach sofort auf offene Ohren. Die angehenden
Referendare Justus Ermel und Patricia Wilhelm, beide schon mit
Erfahrungen aus der Hausaufgabenbetreuung, erklärten sich
bereit, die
Ferienschule durchzuführen. Seit Montag werden 18
Mädchen und Jungen
mehrere Stunden lang betreut. In dieser Zeit lösen sie
Arbeitsblätter,
spielen gemeinsam, oder basteln eine Collage. In der
Stadtteilbücherei
können die Kinder gemeinsam mit einer Lesepatin neue
Bücher entdecken
und für das gemeinsame Mittagessen sorgen zwei engagierte
Mütter.„Wir
wollen die Kinder aber nicht nur beim Lernen unterstützen,
sondern
ihnen auch die Möglichkeit geben, sich schon mit einer Woche
Vorlauf
wieder an den Schulalltag zu gewöhnen“,
erklärt Justus Ermel. Dazu kann
auch schon einmal gehören, den Kindern bei der
Zusammenstellung ihres
Mäppchens zu helfen. Auch neue Freundschaften werden in der
lockeren
Atmosphäre schnell geschlossen. Wie gut das Konzept bei den
Schülern
tatsächlich ankommt, davon ist er selbst überrascht:
„Die Kinder stehen
meist schon eine halbe Stunde früher vor dem Klassenzimmer,
zudem
zahlen viele den Unkostenbeitrag von zehn Euro mit ihrem eigenen
Taschengeld.“ Mit dem Geld wird ein Teil der entstehenden
Unkosten
abgedeckt, darüber hinaus bezuschusst die Arbeiterwohlfahrt
das
Projekt. Nach der positiven Resonanz aller Beteiligten soll die
Ferienschule in den kommenden Jahren weiter etabliert und nach
Möglichkeit erweitert werden.
Artikel vom 08.09.2010 ©
Eßlinger Zeitung |