Anbau ermöglicht Ganztagesschule

UNTERTüRKHEIM: Lichtdurchfluteter Pavillon mit gläsernem Übergang wertet Wilhelmsschule auf - Baubeginn Ende 2010

 

Die Stadt wird zirka 5,5 Millionen Euro in die Erweiterung der Wilhelmsschule investieren. Der neue Pavillon soll mit einem gläsernen Gang an das alte Hauptgebäude verbunden werden.Foto: Architekturbüro Kauffmann Theilig & Partner
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Die Stadt wird zirka 5,5 Millionen Euro in die Erweiterung der Wilhelmsschule investieren. Der neue Pavillon soll mit einem gläsernen Gang an das alte Hauptgebäude verbunden werden.Foto: Architekturbüro Kauffmann Theilig & Partner

 

Entscheidungs- und Experimentierfreudigkeit lohnt sich. Leitung und Lehrer der Wilhelmsschule haben sich als erste Schule Stuttgarts für den Ganztagesbetrieb ausgesprochen. Um diesen zu gewährleisten, investiert die Stadt 5,5 Millionen Euro. Der altehrwürdige Schulbau erhält einen schmucken Anbau mit gläsernem Verbindungssteg.

Von Mathias Kuhn

In Zeiten der Wirtschaftskrise und des Sparzwangs war der Projektbeschluss über die Erweiterung der Wilhelmsschule ein heller Lichtblick für Untertürkheims Bezirksbeiräte. Die Stadt wird zirka 5,5 Millionen Euro in den Erweiterungsbau investieren. Er ist erforderlich geworden, um den Betrieb der Ganztagesschule zu gewährleisten. Dem schnellen Entschluss des Lehrerkollegiums, der Elternschaft und der Schulleitung hat die Wilhelmsschule diese Zukunftschance zu verdanken. „Die Wilhelmsschule war eine der ersten in Stuttgart, die sich für die Einführung der Ganztagesschule ausgesprochen und diese für die Klassen 1 und 2 im September 2008 bereits eingeführt hat“, erklärte Roland Steiner vom Schulverwaltungsamt. Aufgrund der stabilen Schülerentwicklung geht das Schulverwaltungsamt weiterhin von einer dreizügigen Grundschule mit zwölf Regel- und zwei Grundschulförderklassen aus. Dies bedeutet einen Bedarf an zusätzlichen Unterrichts- und Aufenthaltsräumen für den Ganztagesbetrieb. Die Schüler sind bereits heute auf drei verschiedene Gebäude aufgeteilt. „Bei den Untersuchungen wurde sowohl der Anbau an den Kübler-Pavillon als auch an die Turnhalle aus baurechtlichen Gründen abgelehnt. Der Abriss des sanierungsbedürftigen Kübler-Pavillons und ein größerer Neubau an seiner Stelle wurde deswegen vorgeschlagen und ein Stehgreif­entwurfverfahren veranstaltet“, so Steiner. Das Heumadener Architekturbüro Kauffmann Theilig & Partner ging als Sieger hervor. Sie sehen einen dreigeschossigen, L-förmigen Neubau mit der Fläche für den Ganztagesbereich sowie die Ersatzschulräume für den abgebrochenen Kübler-Pavillon vor. Ein lichtdurchfluteter, überdachter Glasgang schafft im ersten Stock einen direkten Anschluss des neuen mit dem denkmalgeschützten alten Schulgebäude. „Dadurch wird nicht nur die Beförderung von Lehrmitteln erleichtert, sondern Alt- und Neubau bilden eine Einheit“, betonten die Bezirksbeiräte Matthias Mitsch (CDU) und Gesine Wiegers-Rößler (SPD) mit einem Hinweis auf die Wünsche des Lindenschulzentrums nach ähnlichen Verbindungsstegen. Zusätzlich zum Befreiungsschlag von der akuten Schulraumnot verleiht der Neubau mit Glassteg der alten Wilhelmsschule neuen Glanz. „Das neue Gebäude nutzt die Hanglage aus. Es entwickelt sich dreigeschossig zum Pausenhof und zweigeschossig zur Wallmerstraße“, berichtete Gabriele Pfisterer vom Hochbauamt. Der parkähnliche Charakter auch in Richtung Schlössle bleibt erhalten. Eine Natursteinmauer umfasst das Gelände optimal. Im Erdgeschoss ist ein verglaster Bereich als Speisesaal mit Verteilerküche, Bewegungsraum und Toiletten vorgesehen, der auch für außerschulische Veranstaltungen oder bei schulischen Veranstaltungen als Aula oder Vortragssaal genutzt werden könne. Im ersten Obergeschoss befinden sich Klassenräume, die über den Glassteg gut erreichbar sind. Weitere Klassenzimmer und der Ganztagesbereich mit beispielsweise Werk-, Mehrzweck- und PC-Räumen finden sich im zweiten Obergeschoss. Lichtfenster auf dem Dach sorgen dafür, dass der Anbau lichtdurchflutet ist. Mit dem Abriss des Pavillons und dem Neubau soll Ende des Jahres begonnen werden. Interimsweise werden zwei mobile Unterrichtsräume aufgestellt. Bis zum Herbst 2011 könnte der 5,5 Millionen Euro teure Anbau bezogen werden.

Artikel vom 26.06.2009 © Eßlinger Zeitung

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