Der Ganztagsbetrieb braucht mehr Platz
Untertürkheim.
Die Wilhelmsschule passt sich mit einem neuen Gebäude den
neuen Ansprüchen an.
Artikel aus der NECKAR vom
18.06.2010
von Claudia Leihenseder
Sehr gedrängt geht es derzeit an der
Wilhelmsschule in Untertürkheim zu. Der alte Bau aus den
70er-Jahren
ist abgerissen. Auf dem übrigen Pausenhof stehen zwei
Container als
Interimsklassenzimmer für eine dritte und eine vierte Klasse.
Die
Pädagogen sind mit ihrem Lehrerzimmer in den Kopierraum
umgezogen, um
einer weiteren Klasse Platz zu machen. Abhilfe naht im September 2011,
wenn der Neubau an der Ecke Oberstdorfer
Straße/Wallmerstraße fertig
sein wird.von Claudia Leihenseder
Die Schulleiterin Sibylle Ermel freut sich auf das neue Gebäude mit seinen Möglichkeiten. Auf drei Stockwerken entstehen sieben Klassenzimmer, eine Mensa, Toiletten, ein Aufzug und Räume für die Ganztagesbetreuung. Denn die Wilhelmsschule ist seit fast zwei Jahren eine sogenannte teilgebundene Ganztagsschule. Das bedeutet, dass eine von drei Parallelklassen eine Ganztagesklasse mit einem anderen Rhythmus ist. Inzwischen gibt es in der ersten, zweiten und dritten Klassenstufe eine solche Klasse. Wenn der Neubau zum Schuljahresbeginn 2011 fertig wird, ziehen diese und bis dahin noch eine vierte Ganztagesklasse in die neuen Räume. "Es wird einen Bewegungsraum, einen Computer-Raum, eine Bücherei und eine Mensa mit Kochgelegenheiten geben", sagt Ermel.
Von Außen präsentiert sich das neue Schulgebäude, das von dem Ostfilderer Architektenbüro Kauffmann, Theilig und Partner entworfen wurde, in Weiß mit Fenstereinlassungen in Grün- und Gelbtönen. Die Fenster sind groß, teilweise sogar bodentief. Ein Glassteg verbindet den Alt- mit dem Neubau. Der Pausenhof mit einer Freizone für die Mensa soll mit Travertin und mit einem in Sandton eingefärbten Asphalt gestaltet werden. Die Innenräume werden in Weiß gehalten mit Türen in Nussbaum. Der Neubau kostet 4,7 Millionen Euro . Zusammen mit dem Abbruch und den Interimscontainern belaufen sich die Kosten für das Projekt auf 5,4 Millionen Euro. Der alte Fertigbau aus den 70er-Jahren war nicht mehr zu retten: "Der Bau war stark renovierungsbedürftig, hatte Bauschäden und war mit Formaldehyd belastet", sagt Rolf Mössner, der stellvertretende Leiter des Hochbauamts.
Bis der Neubau fertig ist, müssen die rund 280 Schüler, 22 Lehrer und drei Sozialpädagogen mit Enge und Baulärm leben. Das geht mehr schlecht als recht: "Die Kinder klagen gar nicht. Aber für manch eine Kollegin geht es an den Rand der Kräfte", sagt die Schulleiterin Sibylle Ermel. Nicht nur, dass direkt nebenan in den vergangenen Wochen der Bauschutt des alten Gebäudes lautstark verkleinert, sortiert und abtransportiert wurde. Gleichzeitig werden in diesem Schuljahr auch die Toiletten im Altbau renoviert. So mussten noch weitere Klassen in der Nachbarschaft unterkommen. Unterrichtet wurde in der Stadtteilbücherei, in den Räumen des CVJM an der Strümpfelbacher Straße und in den Räumen der Wallmergemeinde.
Inzwischen sind diese Klassen wieder da, aber die Renovierung geht weiter. "Alles ist derzeit umständlich", sagt Ermel. Die Arbeitsgemeinschaften nutzen Räume gleichzeitig. Es gibt versetzte Pausenzeiten, weil der Pausenhof mit Containern belegt ist. Eine der Grundschulförderklassen ist in die Luginslandschule umgezogen, eine in die Außenstelle der Wilhelmsschule an der Nebelhornstraße. Die Kinder essen derzeit zu Mittag bei der AWO. Umso größer ist die Vorfreude auf den Neubau: Mössner ist zuversichtlich, dass die neuen Räume zum Schuljahresbeginn im September 2011 bezogen werden können.

